Projektphase 2
2011-2012
Die zweite Phase des Leuchtturmvorhabens Menschenrechte, Unternehmensverantwortung und nachhaltige Entwicklung stellt den bisher eher akteurszentrierten Ansatz stärker in den strukturellen Kontext der fortschreitenden Globalisierung. Es bearbeitet spezielle Problemfelder nationaler und internationaler Regulierung an der Schnittstelle von Markt und Politik.
Die menschenrechtliche Verantwortung von Unternehmen bettet sich in unterschiedliche strukturelle Kontexte ein, die durch die Privatwirtschaft beeinflusst werden und zugleich auf das individuelle Handeln einzelner Akteure wirken. Man kann hier von transnationalen, internationalen und regionalen/nationalen/lokalen Räumen sprechen, die sich wechselseitig bedingen und beeinflussen.
Diese Kontexte lassen sich beschreiben als (a) globale Produktionsnetzwerke, die vor allem durch transnationale Konzerne (TNK) dominiert werden. Während sie geprägt sind durch eine wachsende politische und wirtschaftliche Verflechtung im Zuge der Globalisierung, agieren Unternehmen zugleich weltweit weiterhin im Kontext von (b) lokal, national und regional spezifischen Rahmenbedingungen. Dieses globale Wirtschaften auf der transnationalen, der regionalen, nationalen und lokalen Ebene findet (c) im Rahmen internationaler Vereinbarungen, Verregelung und grenzüberschreitender staatlicher Politiken statt.
In der zweiten Phase des Leuchtturmvorhabens geht es auch um die Frage, wie transnationales Wirtschaften auf der Grundlage international anerkannter sozialer und menschenrechtlicher Standards organisiert werden kann und welche Chancen und Grenzen sich hieraus für den Menschenrechtsschutz ergeben. Gerade im Bereich komplexer Wertschöpfungsketten ist es eine Herausforderung, die Komplementarität unterschiedlicher Steuerungsformen zu präzisieren, um eine Regulierung auf der Grundlage der Menschenrechte auszugestalten. Zentrale Einflussfelder sind dabei die nationalen und internationalen Rahmenbedingungen grenzüberschreitender Investitionen und des globalen Handels; private und öffentliche Co-Regulierung transnationaler Produktionsnetzwerke sowie privatwirtschaftliche Strategien im Kontext armer Länder und Bevölkerungsgruppen.

